Das Problem des Flattr-Konzepts?
Die taz ist ja zurzeit in Deutschland sicher der bekannteste Anbieter von Flattr als Bezahlvariante. Dies hat seit Juni ja auch ganz gut funktioniert. Anfang September aber sieht es nicht mehr ganz so rosig aus, zumindest das Wachstum hat vorerst ein Ende:
Doch leider mussten wir im August erstmals einen Rückgang feststellen. In diesem Monat kamen 1.302 Euro herein – und damit knapp neun Prozent weniger als im Juli.
Das allein kann man ja noch als Schwankung abschreiben, aber interessant wird es mit folgender Betrachtung:
Dabei wurden die taz.de-Texte im August gar nicht mal seltener geflattert als im Monat zuvor: Insgesamt 5.791 Mal klickten die User auf den Button – vier Prozent häufiger als im Vormonat.
Die Zahlmoral steigt, die Einnahmen sinken. Wie kann das sein? Die Lösung ist einfach: Flattr wird immer beliebter. Es gibt mehr Anbieter die es einsetzen, so dass für die Nutzer mehr Möglichkeiten entstehen, den Flattr-Button zu betätigen. Die passiert auch, mit einer ungewünschten Konsequenz für alle bisherigen Anbieter: Jeder Klick bringt weniger Einnahmen, da die meisten Nutzer zwar mehr klicken, aber ihr monatliches Budget nicht anpassen. Das Stück vom Kuchen wird also für alle kleiner. Tendenziell verschlimmert sich die Lage mit jedem zusätzlichen Anbieter. Es bleibt abzuwarten, ob Flattr seine Nutzer regelmäßig zur Erhöhung des Budgets motivieren kann.

